Liebe ROLDA-Unterstützer,

wie ihr wisst, sind wir hier in Deutschland das Sprachrohr für Dana, die Gründerin der Tierschutzorganisation ROLDA in Galati. Sie bat uns, ihre heutigen Gedanken auf dieser Seite zu veröffentlichen, damit auch ihr daran teilhaben könnt. Doch lest selbst, welchen inneren Kampf Dana jeden Tag durchstehen muss:

„Während meinen Begegnungen mit den Hundefängern habe ich den Hass beobachten können, den diese Leute für streunende Hunde haben. In ihren Augen sind diese Hunde die Plage unserer Gesellschaft. Ihre Mission ist sie alle zu töten, bevor sie ein unlösbares Problem werden.

Es gibt keinen Respekt für das Leben eines Straßenhundes. Das wird offensichtlich, wenn man sich die brutale Weise ansieht, in der sie auf der Straße und den öffentlichen Zwingern behandelt werden.

Jedes Mal, wenn ich einen dieser Zwinger betrete, erschüttert es mich emotional, weil dort Hunderte von hilflosen Hunden sind, die ich befreien möchte, aber nicht kann. Immer wenn ich gehe, fühle ich mich wie eine nutzlose Heuchlerin, die Hunde verlässt, die Rettung bitter nötig haben.

Ich habe ROLDA gegründet, um obdachlose Hunde in Rumänien davor zu bewahren, in dreckigen und überfüllten Zwingern zu landen, die mehr ein Gefängnis als eine Zuflucht sind. Und trotz allem gibt es tausende dieser Zwinger über das Land verteilt, die gefüllt sind mit genau diesen Hunden, die ich zu schützen versprochen hatte.

Ich befürchte, ich kämpfe eine längst verlorene Schlacht… aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben!

Nach dem Vorfall mit dem Hundefänger bin ich zum lokalen Zwinger gegangen, um meinem Ärger und Frust Luft zu verschaffen. Während ich dort war, fiel mir ein toter Hund in einem der Ställe auf. Ich forderte die Wärter auf, diesen umgehend zu entfernen.

Als sie den Hund raus brachten, fiel ihnen auf, dass er immer noch lebte, aber kaum noch atmete. Seine Augen waren geschlossen und er bewegte sich nicht. Ich nahm ihnen den Hund ab und hielt ihn vorsichtig in meinen Armen. Wir verließen den Zwinger gemeinsam, als Tränen über mein Gesicht liefen.

Als wir ROLDA erreicht hatten, war ich besorgt der Hund wäre gestorben, weil ich kaum eine Atmung bei ihm feststellen konnte, sie war sehr schwach. Das medizinische Personal hat sich umgehend um ihn gekümmert und mir versichert, er würde es schaffen.

Wenn ich den Zustand des Hundes betrachtete, konnte ich diese Worte kaum glauben. Sie gaben mir keine Zuversicht und ich verbrachte die nächsten Stunden verängstigt und krank vor Sorge, während ich auf Neuigkeiten über seinen Zustand wartete. Schreckliche Gedanken gingen durch meinen Kopf. Manchmal hasserfüllte.

Ich saß weinend im Badezimmer als eine der Krankenschwestern hineinkam und mir sagte, dass es dem Hund bald wieder besser gehen würde. Ich war glücklich, konnte aber nicht aufhören zu weinen.

„Kein Hund verdient so etwas“, sagte ich. „Ich habe so viele zurückgelassen. Ich habe so viele zurückgelassen. Sie brauchen meine Hilfe und ich bin gegangen.“

Ich war tieftraurig. Die Krankenschwester hat mich in den Arm genommen und gehalten, bis ich mich beruhigt hatte.

„Du hast heute ein Leben gerettet“, sagte sie mir. „Wenn du nicht zu diesem Zwinger gegangen wärst, wäre er jetzt tot. Wenn du nicht aufgepasst hättest, wäre er jetzt tot. Wenn du dich nicht sorgen würdest, wäre er jetzt tot. Du hast heute ein Leben gerettet und du solltest stolz sein.“

Das war ich auch.

Sobald ich begann, mich auf das positive zu fokussieren, realisierte ich, dass ich extrem stolz war.

Ich hatte ein Leben gerettet.

Heute ist JADA glücklich und gesund. Als sie bei uns ankam, war sie schwer untergewichtig und dehydriert. Ihre linke Pfote war infiziert und voller Würmer. Das medizinische Personal war verblüfft über ihre Heilung und ihren Willen zu leben.

Genauso wie ich. Als ich JADA in meinen Armen gehalten habe, konnte ich spüren, wie das Leben sie langsam verließ. Ich konnte fühlen, wie sie ihren letzten Atemzug nahm. Ich konnte fühlen, wie sie die Hoffnung aufgab.

Ich hatte es zu dem Zeitpunkt nicht realisiert, weil ich zu erschüttert und verängstigt war, aber ich hatte Vertrauen. Ich hatte Vertrauen in das medizinische Personal und das Team von ROLDA. Ich hatte Vertrauen in unsere Arbeit und unsere Mission.

Ich habe immer noch Vertrauen.

Trotz des weitergehenden Kampfes, diese grauenhaften Zwinger zu schließen, habe ich Vertrauen, dass wir eines Tages siegreich sein werden, und dass vermeidbare Tragödien vermieden werden können. Ich habe Vertrauen, dass du uns helfen wirst. Ich habe Vertrauen, dass wir zusammen noch viele andere Hunde wie JADA retten werden.

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Denn ohne Vertrauen… werden obdachlose Hunde in öffentlichen Zwingern Rumänien weiterhin unnötig leiden, bis sie getötet werden, oder bis sie langsam sterben, Tag für Tag.“

HUNDERTE OBDACHLOSE HUNDE HABEN DIE HOFFNUNG AUFGEGEBEN.

ABER WIR HABEN SIE NICHT AUFGEGEBEN.

Foto: ROLDA

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