Wer denkt, dass man ehemaligen Straßenhunden nichts mehr beibringen kann, der irrt sich. Dessen ist sich Martina Stricker sicher, was sie auch in ihrem Buch „Flächensuche mit Hund – Vom Freizeitspaß bis zur Vermisstensuche im Rettungseinsatz“ verdeutlicht. Wir haben uns dieses Buch einmal angeschaut.

Klappentext:
Spielerische Beschäftigung, spannendes Hobby oder gar Vermisstensuche im Rettungseinsatz! Die Flächensuche bietet unglaubliche Vielfalt und schafft eine enge Verbindung zwischen Mensch und Hund. Dieses Buch liefert reich bebildert und leicht verständlich Hintergrundwissen und Anleitung im stufenweisen Aufbau, sodass jeder individuell entscheiden kann, wie weit er den Schwierigkeitsgrad steigern möchte. Martina Strickers Ausbildungskonzept setzt auf Logik und Klarheit. Es trägt den gesteigerten Anforderungen unserer dicht besiedelten Umwelt Rechnung. Das vermeidet im Hobbybereich Konflikte und verbessert, speziell wichtig im Rettungshundeeinsatz, die Erfolgsquote.

Cover „Flächensuche mit Hund“; Foto: Screenshot

Meinung:
Jeder Hundehalter kennt eine dieser Situationen: Es geht einem nicht so gut, man fühlt sich unwohl, möchte aber es nicht so recht zeigen. Doch der eigene Hund weiß genau, dass etwas nicht stimmt und will sein Herrchen oder Frauchen intuitiv mit seiner Nähe trösten. Oder man spaziert mit seinem Hund entspannt durch den Wald und plötzlich schlägt der Vierbeiner aufgrund eines Geräuschs oder Geruchs an und versucht sein Herrchen oder Frauchen in eine bestimmte Richtung zu ziehen.

Diese Situationen verdeutlichen zunächst einmal eins: Hunde agieren sehr stark aufgrund ihrer verschiedenen Sinne – sei es sehen, hören, riechen oder sogar fühlen. Doch wie kann man dies kanalisieren und könnte man vor allem die Nasenarbeit, die den Nerv im Wesen des Hundes trifft, nutzen, um die Fellnase nicht nur genügend zu fordern, sondern auch Leben zu retten?

Das Buch „Flächensuche mit Hund“ von Martina Stricker setzt genau hier an und zeigt auf, wie aus einem unterforderten Hund, der sich nach einer echten Beschäftigung sehnt, ein ausgeglichenes Tier werden kann, das einen seiner Urinstinkte – das Riechen – sinnvoll einsetzen kann und dabei sogar Spaß hat.

Eingeteilt ist das Buch in insgesamt sieben übergeordnete Kapitel mit unterschiedlicher Länge. Schwerpunkt des Buches ist der Praxisteil, in dem interessierte Leser lernen, wie sie ihren Hund in der Flächensuche trainieren können. Dabei geht es nicht allein um den Hund und wie man ihn erzieht, sondern auch um das Zusammenspiel zwischen Herrchen / Frauchen und Tier sowie die Stärkung ihrer Beziehung zueinander. Außerdem widmet sich ein Kapitel komplett der Kommunikation, denn diese ist besonders wichtig, damit der Hund richtig und sinnvoll gefordert und gefördert werden kann.

Besonders hilfreich sind die zahlreichen Grafiken und Schritt-für-Schritt-Anleitungen in Form von Bildern. Sie sind leicht verständlich und verdeutlichen sehr gut das jeweilige Thema (z.B. dass der Hund eine verletzte Person zum Beispiel im Wald gefunden hat – auch Anzeige genannt). Diese Schaubilder und Bildergalerien helfen interessierten Hundehaltern dabei, die ausgeprägte Spürnase der eigenen Fellnase Zuhause zu trainieren und so den Weg zu einem Such- und Rettungshund zu ebnen.

Beispielseite des Buches „Flächensuche mit Hund“; Foto: Screenshot

Glaubwürdig kommt das Buch vor allem deshalb daher, da einer der Hunde der Autorin ein ehemaliger griechischer Streuner ist. Aaron ist sein Name und laut Stricker war er anfangs sehr ängstlich und unsicher. Doch sie hat nicht aufgegeben und aus dem Bündel Angst eine selbstbewusste Fellnase gemacht, die mittlerweile ein ausgebildeter Suchhund ist.

Informationen zum Buch:
Titel: Flächensuche mit Hund – Vom Freizeitspaß bis zur Vermisstensuche im Rettungseinsatz
Autor: Martina Stricker
Verlag: Müller Rüschlikon Verlag, Erschienen: 26.07.2018, 160 Seiten
ISBN: 978-3-275-02139-0
Preis: 19,95 Euro

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